Ein Fall für zwei

Paarbeziehung, Paartanz

Parallelen zwischen Paarbeziehung und Paartanz.

Was macht ein tanzendes Paar glücklich?

Es ist nicht die Perfektion, es ist der Versuch miteinander etwas zu erschaffen. Gemeinsam gibt sich das Paar der Musik, dem Rhythmus und der Bewegung hin. Beide gehen simultan auf den anderen ein. Das Ich tritt zugunsten des Ganzen in den Hintergrund. «Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Einzelteile», und das macht glücklich!

Paartherapie, Tanzpaar

Führen und Folgen

Das Bild des/der starken Führenden und der/des schwachen Folgenden ist ein Klischee und hoffentlich längst überholt. Es gibt nur eine theoretische Führungsposition und keine Führen – Folgen – Hierarchie. Die Kunst liegt im Zusammenspiel.

Der oder die Führende beharrt nicht auf dem Führungsprinzip. Folgt der oder die Geführte nicht, gilt es umzudenken und die neue Situation zu integrieren. «Vielleicht habe ich mich zu wenig klar mitgeteilt? Vielleicht habe ich eine Pause, ein Zögern überhört? Ich war auf mich und nicht auf mein Gegenüber ausgerichtet?»

Körperliche Fähigkeiten und Auffassungsgabe können das Paar limitieren und führen zu Kompromissbereitschaft. Das bedeutet, seine eigenen Vorstellungen zugunsten eines neuen, gemeinsam erreichbaren Ziels anzupassen. Beide lernen und gewinnen.

Warum das Beispiel des Tanzpaars

Das Wegfallen der alltäglichen Umstände wirkt als Katalysator und zeigt die Beziehungsstruktur wie durch ein Vergrösserungsglas. Auch für Nichttanzaffine wird beim Beobachten sichtbar, mit welchen Mustern Paare zu kämpfen haben. Wie im Alltagsleben finden Machtspiele, Unverständnis, Überhört werden oder Zurechtweisungen statt. Tanzschullehrpersonen könnten Bücher schreiben über erlebte Verhaltensweisen der Schülerschaft.

Tanzpaar als Metapher

Paartanz funktioniert über nonverbale Kommunikation, über die gegenseitige Resonanz, das Mitschwingen. Es entsteht ein Zustand des Miteinander.

Im Alltag geht es genauso darum, wie wir uns aufeinander einstellen und gegenseitig beeinflussen. Wenn wir immer wieder Momente des Miteinander suchen, entsteht Mitgefühl und eine bessere Kommunikation. Vertrauen entsteht und wir fühlen uns gehört, verstanden und akzeptiert. So lassen sich Konflikte besser lösen und Missverständnisse reduzieren.